Time to say goodbye…

Irgendwie waren sie magisch, diese letzten zwei Wochen – Magisch für die Stadt Singen, ihre Bürger sowie alle anderen Neugierigen, die sich als „Gucker“ dazu aufgemacht haben, dem Sennhof im Verlauf der letzten 14 Tage einen Besuch abzustatten…

Dementsprechend fiel der Abschied von unseren bezaubernden Kunststudenten aus Halle heute Morgen etwas schwer, doch, wie sagt man so schön: „Wiedersehen macht Freude“. So denkt Nilay bereits darüber nach, der Einladung des Metallgestalters Feuerstein zu folgen, um im Herbst erneut auf einen Abstecher an den Hohentwiel zu kommen.

Doch was wäre ein Abschied ohne ein letztes „Finale“? Gestern um 18 Uhr war es so weit: All die Erfahrungen, Erlebnisse sowie künstlerischen Impulse fanden ihren Einzug in die Abschlussveranstaltung von „Komm und Guck“. Auch wenn kurz vor dem eigentlichen Startschuss noch der ein oder andere insgeheim daran zweifelte, dass alles pünktlich organisiert sowie künstlerisch in die Tat umgesetzt werden könne, so waren wir letztendlich mit dem Resultat mehr als zufrieden.
Ganz unterschiedliche Herangehensweisen haben zu spannenden Arbeiten der Studenten geführt, welche wir gestern Abend begutachten durften. Ob klassische Malerei aus der Perspektive des Hohentwiels, ob eine die Kommunikation thematisierende Figur aus Stahl oder ein Flugdrache der besonderen Art – wir „Gucker“ wurden eingeladen, uns neuen Sichtweisen auf unsere Heimatstadt zu nähern.
Dass unsere Gäste nur passiv an den Kunstwerken „vorbeiziehen“, wusste die Künstlerin Svenja erfolgreich zu verhindern: Durch einen Flugdrachen, der kurz vor Schluss fertiggestellt werden konnte, lud sie zur Interaktion ein – nicht nur sie selbst, sondern auch alle Interessierten sollten den Versuch wagen, zusammen einen von ihr entworfenen Flugdrachen in die Lüfte steigen zu lassen.

Während der ein oder andere Fußballbegeisterte dann doch seiner Schwäche für den Sport nachgeben „musste“, ließen die anderen den Abend bei einem Glas Wein und wunderschöner Geigenmusik ausklingen.

…Da aus Datenschutzgründen nicht einfach beliebig Bilder mit unseren Gästen auf diesen Blog gestellt werden dürfen, folgen nun hauptsächlich ein paar Impressionen des Resultats der künstlerischen Schaffensprozesse:

Arif Bild groß.jpg

Lissy.jpg

Nilay neue.jpg

Figur Sari.jpg

Flugaktion 2.jpg

Yeonwon.jpg

Eins ist sicher: Als Pilotprojekt ist „Komm und Guck“ nur der Anfang eines Austauschs der Kunst mit der Stadt Singen – wir dürfen gespannt sein!
… Wir danken Arif, Jihyun, Nilay, Svenja und Yeowon für ihren Mut, sich auf dieses Experiment einzulassen und mit uns gemeinsam „das Ding zu rocken“ :). Und auch Paula und Sari, die wir nicht persönlich kennenlernen konnten, danken wir für ihren Beitrag aus der Ferne!

Advertisements

Kommt zum Finale am Sonntag!

dgdg

Diesen Sonntag öffnen wir zum letzten Mal die Tore des Sennhofs und laden zum finalen Abschluss des vom Kunstverein Singen initiierten Kunstprojektes „Komm und Guck“ ein.
Sieben Kunststudenten unterschiedlicher Herkunft der Burg Giebichenstein Halle sind vor zwei Wochen mit dem Ziel angetreten, durch künstlerische Interventionen in Singen den Austausch mit der Stadt zu fördern.
Wer von euch den Sennhof aufgesucht oder sich auch nur durch diesen Blog über den Verlauf des Pilotprojektes informiert hat, der weiß, dass jeden Tag auf’s Neue kreative Impulse folgten – sei es durch die einzelnen künstlerischen Arbeiten per se, durch die zahlreichen Begegnungen zwischen den derzeitigen Bewohnern des Sennhofs und ihren „Gästen“, durch Experimente wie eine Flugaktion…

All das Erlebte kommt nun, am Sonntag, 26.06.2016 um 18 Uhr auf dem Sennhof in Singen, bei der Abschlussveranstaltung dieses außergewöhnlichen Kunstprojektes zusammen.
Lebte und lebt diese Initiative von Begegnungen der Studierenden mit den Bürgern Singens sowie allen anderen Neugierigen, so laden wir EUCH dazu ein, am Sonntagabend (…trotz des Fußballs) Teil dieses Finales zu werden.

Die Kunststudenten stellen vor Ort die Ergebnisse ihrer künstlerischen Schaffensprozesse vor, geben Einblicke in die Entstehung der Werke, die ihren Anfang in der Auseinandersetzung mit unserer Stadt genommen haben – und noch Vieles mehr.

Wir freuen uns auf euch!

Short Facts:

Was?
: Abschlussveranstaltung von „Komm und Guck“

Wann?: Diesen Sonntag, 26.06.2016, Start um 18 Uhr

Wo?: Sennhof, Roseneggstraße, 78224 Singen

…und wer nicht weiß, wie er zum Sennhof kommt: Lageplan

Aufgepasst!

Nicht vergessen – morgen ab 15 Uhr öffnen die Kunststudenten aus Halle erneut die Türen ihres Projektraumes auf dem Sennhof in Singen!

Short Facts:

Was?: Offenes Atelier
Wo?: Sennhof, Roseneggstraße, 78224 Singen
Wann?: 23. Juni, 15 bis 17 Uhr

Und wer darüber hinaus noch erfahren will, was es mit dem unten abgebildeten Briefkasten auf sich hat, der sollte erst recht vorbeischauen! 🙂

20160621_143016
Was hat es mit dem Briefkasten auf sich? Kommt vorbei und findet es heraus!

 

 

Klappe auf! Kunststammtisch Nr.1

20160620_195402.jpg

Premiere! – Gestern um 18 Uhr wurde zum ersten Stammtisch des Kunstvereins Singen geladen. Im Rahmen unseres Projektes „Komm und Guck“ fand die Auftaktveranstaltung der fortan monatlichen Treffen des Kunstvereins in den Räumlichkeiten des Sennhofs statt.
So war es für alle Beteiligten besonders spannend zu sehen, welche Dynamik sich im Verlauf des Abends durch den Austausch zwischen den derzeitigen Bewohnern des Sennhofs, den Kunststudenten, und allen neugierigen Mitgliedern des Kunstvereins ergeben würde. Eingeleitet wurde das gesellige Beisammensein mit der Frage, was man denn eigentlich unter der Bezeichnung „Stammtisch“ verstehen könne. Bei einem Stammtisch, so der Konsens, handele es sich um einen verbindlichen Zusammenschluss von Teilnehmern, wobei all jene ein gemeinsames Interesse verbinde. Das da wäre? …natürlich erst einmal – und das liegt auf der Hand – die Kunst! Wer jedoch glaubt, es gehe nur um einen akademischen Kunstdiskurs, bei dem der ein oder andere vielleicht nicht mithalten kann, hat sich getäuscht!
Auch wenn ich selbst natürlich nicht allen Unterhaltungen lauschen konnte, so bin ich mir sicher, dass sich die Gesprächspartner über ganz unterschiedliche Themen austauschen konnten! Gleichzeitig ermöglichten uns zwei der Studenten aus Halle mit koreanischen Wurzeln einen Einblick in das moderne Kunstschaffen ihres Heimatlandes.

… Es ist immer wieder auf’s Neue spannend, wie und über was kommuniziert wird, wenn zwei oder mehr zuvor unbekannte Menschen aufeinandertreffen, um im Folgenden miteinander in einen Dialog zu treten. So möchte ich einen kurzen Eindruck von einem Gespräch vermitteln, welches sich gestern unter anderem ereignete… Braucht Kunst Vermittlung? So in etwa würde ich den Kern des Ganzen beschreiben. Nehmen wir uns einerseits dem Künstler an, der sich im Zuge seines prozesshaften Arbeitens einem intensiven Erleben seiner Tätigkeit hingeben kann. Betrachtet er das Ergebnis seiner Arbeit, so sieht er nicht nur das bloße Endprodukt seiner Arbeit vor sich, nein, er verbindet mit seinem Werk eine besondere Stimmung, einen Augenblick, einen Teil seiner Persönlichkeit… Er selbst, so wird es deutlich, braucht kein Schild an seinem Kunstobjekt, das ihm sagt, um was es hierbei eigentlich geht…
Wenden wir uns nun aber dem Betrachter zu – beispielsweise dem Besucher eines Museums, dem zunächst nur das Resultat des künstlerischen Prozesses zuteil wird. Wie kann er eine Ahnung davon bekommen, was sich „hinter den Kulissen“ abgespielt hat? Ist es ihm möglich, sich auf die gleiche Art und Weise mit dem Werk auseinanderzusetzen; in der gleichen Intensität einen Zugang zu finden? An dieser Stelle setzt hierbei oftmals die Vermittlungsarbeit ein, die von dem einen mehr; dem anderen weniger hoch geschätzt wird. Fragt man den einen, so muss die Kunst für sich selbst sprechen; fragt man den nächsten, gibt es die Idee eines „zu viel an Vermittlung“ gar nicht erst.
Wie dem auch sei, gestern war es für mich faszinierend zu sehen, wie die Vermittlungsebene zusätzlich an Dynamik gewinnt, wenn der betreffende Künstler selbst mit seinen Erzählungen zu Wort kommt – und dem Betrachter einen Einblick in seine intrinsische Motivation gewährt.