Darf ich vorstellen: Arif Amirov

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Auch wenn der Dauerregen Arif immer wieder daran hindert, den Hohentwiel zu besteigen: Seine Laune bleibt ungetrübt!

Arif ist ein 26-jähriger Künstler aus dem Aserbaidschan, welcher sich bereits im jungen Alter von 16 Jahren mit der Lehre der Malerei auseinanderzusetzen begann. Aufgewachsen in einer Künstlerfamilie konnte er seine kreative Gabe von Kindesbeinen an frei entfalten, ohne den Druck seitens der Eltern auferlegt zu bekommen. So entschied sich Arif im Jahre 2005 für ein Studium an einem Kunst-College in Baku, der Hauptstadt des Aserbaidschans.

Angekommen in Singen lässt sich der Künstler insbesondere von der ihn umgebenden Umwelt inspirieren, wobei er den Versuch unternimmt, seine Empfindungen im Hinblick auf die Natur und die Stadt Singens in seinen Kunstwerken sichtbar zu machen.
Noch vor seiner Ankunft in der ihm noch unbekannten Stadt hatte sich der junge Künstler von der Ruine des Hohentwiels und den grandiosen Ausblicken auf die Landschaft berichten lassen. So ist es nicht verwunderlich, dass er die als Inspirationsquellen beschriebenen Ausblicke bereits am Tag nach seiner Ankunft aufgesucht hat, um diese mit Acryl auf der Leinwand festzuhalten.

Arif behandelt in seinen Kunstwerken keine festgelegten Themen – fragt man ihn nach seiner inhaltlichen Ausrichtung, so beschreibt er vielmehr die verschiedenen Impulse seiner Außenwelt, die seine Entscheidungen im künstlerischen Schaffen maßgeblich zu beeinflussen scheinen. Wie Svenja und Yeonwon interessiert sich Arif für den Verlauf der Gestaltung eines neuen Werks: „Der Prozess verändert alles und am Ende entsteht etwas Neues; hier ist nicht alles beeinflussbar“, so der Künstler. So gefällt Arif der Gedanke, dass beispielsweise eine bestimmte Form einer derzeit entstehenden Plastik im Zuge des Prozesses einer vollkommenen Änderung unterzogen werden kann.

„Wir sind hierhergekommen, um in einer völlig neuen Situation zu arbeiten“, so beschreibt Arif seine Motivation für die Teilnahme an dem Kunstprojekt der etwas anderen Art. Ihn bereichern der tagtägliche Austausch unter den Kunststudenten selbst sowie jener mit neugierigen Besuchern. Für ihn ist es das erste Gruppenprojekt in Deutschland.

Sein Heimatland hat Arif erst im Oktober letzten Jahres verlassen, nachdem er sich bereits acht Jahre lang im Aserbaidschan dem Studium der Künste sowie der eigenständigen Arbeit in einem kleinen Atelier gewidmet hatte.
Interessant ist dies vor allem vor dem Hintergrund von Arifs Erzählungen: So sei die Kunstlandschaft im Aserbaidschan generell sehr schwach ausgeprägt, wobei es eigentlich nur in der Hauptstadt Baku überhaupt denkbar sei, sich in kleinem Stil künstlerisch zu betätigen. Das System der Kunstausbildung selbst orientiere sich in Baku am realistischen Stil, wobei genreübergreifendes Arbeiten anders als in Deutschland kaum möglich sei. Dementsprechend genießt Arif die Freiheiten einer deutschen Kunsthochschule wie jener in Halle: „Hier kannst du wählen, welche Form der Arbeit dir derzeit näher steht“, beschreibt er. Im Gegensatz zu seiner Arbeitsweise in Baku könne er dementsprechend verschiedenste Techniken ausprobieren sowie rund um die Uhr an der Kunsthochschule arbeiten.

Was die Stadt Singen selbst anbelangt, so erinnert ihn die Natur an aserbaidschanische Gebiete im Kaukasus-Gebirge, sodass in ihm ein Gefühl der Vertrautheit aufsteigt, das er sonst nur mit seiner Heimat verbindet. „Ich begeistere mich für die Harmonie aller Formen und Elemente der Landschaft“, erzählt Arif.

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