Darf ich vorstellen: Jihyun Lee

20160614_164938Jihyun Lee in Aufbruchstimmung: Bei ihren Streifzügen durch Singen filmt sie die Natur

Für Jihyun hat es gleich zu Beginn ihres Aufenthalts in Singen einen besonderen Anlass gegeben: Sie durfte ihren 24. Geburtstag in der ihr noch unbekannten Stadt feiern!
Die junge Koreanerin hat in ihrem Heimatland selbst nur ein Semester lang Kunst studiert, nun verbringt sie gerade ihr zweites Semester auf der Burg Giebichenstein in Halle.

Im Zuge des zweiwöchigen Projektes in Singen, welches sie als große Chance für ihre eigene Entwicklung empfindet, möchte sich Jihyun durch die Stadt treiben lassen, um zunächst einmal verschiedene Eindrücke ihrer Umwelt aufnehmen zu können. – Was machen die Leute, wie sehen die Gebäude um mich herum aus, wie fühlt es sich an, durch die Stadt zu gehen? –
Während ihrer Streifzüge durch Singen will Jihyun Gegenstände, die sie auf der Straße findet, einsammeln: So kann es sich bei ihren Fundstücken um Steine, Kleider oder auch Schuhe handeln. Besonders ist, dass sie diese Gegenstände in Bezug zu dem jeweils vorgefundenen Ort setzen möchte – vielleicht entsteht so eine ganz neue Art von Straßenschild. Ihre Kunstwerke fungieren als Erinnerungsstücke ihrer „Reise“ nach Singen, so schildert sie: „Ich möchte mich durch die Kunst an die Zeit erinnern, als ich in Singen war“. Die einzelnen Artefakte stehen also für die Orte, die Jihyun während ihrer Spaziergänge durch Singen angetroffen hat. „Ich denke, dass alle Dinge eine Seele haben“ – dieser Satz zeigt deutlich, dass augenscheinlich leblose Objekte für Jihyun durch die Geschichten und Geschehnisse, welche sich um sie herum entfalten, in der ein oder anderen Form eben doch „leben“…

Dieses künstlerische Konzept ist so anders, wenn man bedenkt, mit welchen Themen sich Jihyun noch in Halle beschäftigt hat: Mutter, Gebärmutter, Baby – so lauten ihre Schlagworte, wenn man sie nach ihren früheren Arbeiten fragt. Wie sie selbst zu diesen Aspekten gefunden hat, hat sie sich lange Zeit selbst gefragt, doch mittlerweile weiß sie mehr: Ihre Mutter selbst, die derzeit in Korea lebt, ist der Schlüssel zu ihrer Arbeit.
„Wer ist eigentlich meine Mutter?“ – das ist eine Frage, die Jihyun immer wieder beschäftigt hat. Mit der Zeit hat sie ein ganz neues Verhältnis zu ihrer Mutter entwickelt; heute ist sie diejenige, die Jihyun zu künstlerischem Arbeiten inspiriert.

Und was ist es, dass das Kunstschaffen in Korea von jenem in Deutschland unterscheidet? Jihyun hat darüber viel gehört, doch letztendlich lebt sie derzeit in Deutschland und kann nur von dem berichten, was ihr andere immer wieder erzählt haben. So sei der Unterricht an den Kunsthochschulen ein etwas anderer als in Deutschland: Die Professoren gäben hier Empfehlungen ab, welche die Studenten am besten auch befolgen sollten, um gute Noten zu erhalten.

Und was fällt Jihyun zu Singen ein? Die Künstlerin empfand die Strecke von Halle nach Singen wie eine Art Reise. Angekommen in Singen, hat sie sich gleich sehr wohl gefühlt. So viel Natur, der Bodensee, die Alpen… Nur der Regen macht ihr zu schaffen: „Regnet es hier immer so viel?“

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