Darf ich vorstellen: Svenja Hinzmann

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Zur Freude des Tages: Unser erster Besucher bringt Svenja einen alten Gleitschirm mit!

Svenja ist 33 Jahre alt und hat bereits kurz vor dem Abitur beschlossen, dass die Kunst eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielen soll. „Ich wollte immer Kunst machen, aber es hat mir der Mut gefehlt, es auszusprechen“, so die Künstlerin. Durch die Vorstellung geprägt, dass man zum Kunstschaffen enorm viel Talent brauche, verbunden mit der Angst sich selbst zu überschätzen, hat Svenja lange nicht den Sprung ins kalte Wasser gewagt.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und vermehrter Absageschreiben von Kunsthochschulen hat Svenja nicht aufgegeben: Gerade steckt sie mitten im Diplom an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle.

Was ihre künstlerische Vision für Singen anbelangt, so will Svenja im Gegensatz zu den anderen Künstlern noch nicht allzu viel verraten. „Ich will noch nicht allzu viel sagen, weil ich glaube, dass es dann nicht funktioniert…“, so ihre Überzeugung. Interessant ist aber, dass sie bereits einen Namen sowie eine Funktion für ihr Vorhaben im Kopf hat, nur wie es dann im Endeffekt genau aussieht, bleibt noch offen. Auch der Ort des Geschehens schwebt ihr bereits vor: So kann sie sich vorstellen, im Stadtgarten in Singen zu intervenieren. Was sie dazu braucht? Bereits am Eröffnungstag des Projekts hat Svenja die Besucher dazu aufgefordert, ihr kaputte Zelte vorbei zu bringen. Sie freut sich auch weiterhin über einen Besuch – also kommt vorbei!

Dass die Künstlerin gerne mit den eigenen sowie fremden Erwartungen und ihrer persönlichen Unsicherheit spielt, kommt durch die Idee für Singen zum Ausdruck. Letztendlich interessiert sie sich für den Übergang von Stillstand zur Handlung – dabei will sie jedoch nicht nur selbst agieren, sondern auch dazu einladen, zusammen etwas in Bewegung zu versetzen. Ihr Vorgehen in Singen knüpft an ein Kunstprojekt während eines Aufenthalts in Kuba an, bei welchem aus einer vordergründig zunächst funktionslosen künstlerischen Arbeit ein wertvoller zwischenmenschlicher Austausch entstanden ist.
Die Künstlerin interessiert sich dementsprechend nicht nur für das Endprodukt des künstlerischen Schaffens, sondern betrachtet dessen Prozess als das eigentlich wertvolle. Dabei gibt sie zwar einen groben Handlungsrahmen vor, lässt jedoch dem Spielerischen im Umgang mit einem Ort genügend Freiraum. Bevor sie ihre Reise nach Singen angetreten ist, hat sich Svenja so beispielsweise Gedanken darüber gemacht, mit welchem Blickwinkel sie sich der Stadt nähern möchte. – Wie möchte ich blicken? Mit welcher Haltung schaue ich mir Singen an? –

Inspirierend war für Svenja die Arbeitsweise eines Kunstlehrers, der seine Schüler dazu aufgefordert hat, die expressiven Seiten des Selbst kennenzulernen. So habe er sie erst dazu ermutigt, sich vollends für die Kunst zu entscheiden. Auch der Humor eines Kommilitonen sei prägend für ihre Arbeit – so imponiert Svenja die Art und Weise, wie manche Menschen mit einer sehr entspannten Haltung an die Dinge heran gehen. Auch die Frage, wie man mit dem Klischee der eigenen Künstlerpersönlichkeit umgehe, bleibt dabei nicht außen vor: Muss ich als Kunstschaffender einem bestimmten Ideal entsprechen?

Was unsere Stadt Singen anbelangt, so hat Svenja den Eindruck, dass sich die Stadt in die Natur gesetzt hat. Im Gegensatz zu ihrem Studienort Halle, bei welchem das Gefühl überwiegt, dass man der Natur ein bisschen Platz gelassen habe, gefallen ihr die weiten Grünflächen unserer Stadt. Sie freut sich über das Interesse der Singener Bürger und ist gespannt auf weiteren Austausch mit der Stadt!

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