Klappe auf! Kunststammtisch Nr.1

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Premiere! – Gestern um 18 Uhr wurde zum ersten Stammtisch des Kunstvereins Singen geladen. Im Rahmen unseres Projektes „Komm und Guck“ fand die Auftaktveranstaltung der fortan monatlichen Treffen des Kunstvereins in den Räumlichkeiten des Sennhofs statt.
So war es für alle Beteiligten besonders spannend zu sehen, welche Dynamik sich im Verlauf des Abends durch den Austausch zwischen den derzeitigen Bewohnern des Sennhofs, den Kunststudenten, und allen neugierigen Mitgliedern des Kunstvereins ergeben würde. Eingeleitet wurde das gesellige Beisammensein mit der Frage, was man denn eigentlich unter der Bezeichnung „Stammtisch“ verstehen könne. Bei einem Stammtisch, so der Konsens, handele es sich um einen verbindlichen Zusammenschluss von Teilnehmern, wobei all jene ein gemeinsames Interesse verbinde. Das da wäre? …natürlich erst einmal – und das liegt auf der Hand – die Kunst! Wer jedoch glaubt, es gehe nur um einen akademischen Kunstdiskurs, bei dem der ein oder andere vielleicht nicht mithalten kann, hat sich getäuscht!
Auch wenn ich selbst natürlich nicht allen Unterhaltungen lauschen konnte, so bin ich mir sicher, dass sich die Gesprächspartner über ganz unterschiedliche Themen austauschen konnten! Gleichzeitig ermöglichten uns zwei der Studenten aus Halle mit koreanischen Wurzeln einen Einblick in das moderne Kunstschaffen ihres Heimatlandes.

… Es ist immer wieder auf’s Neue spannend, wie und über was kommuniziert wird, wenn zwei oder mehr zuvor unbekannte Menschen aufeinandertreffen, um im Folgenden miteinander in einen Dialog zu treten. So möchte ich einen kurzen Eindruck von einem Gespräch vermitteln, welches sich gestern unter anderem ereignete… Braucht Kunst Vermittlung? So in etwa würde ich den Kern des Ganzen beschreiben. Nehmen wir uns einerseits dem Künstler an, der sich im Zuge seines prozesshaften Arbeitens einem intensiven Erleben seiner Tätigkeit hingeben kann. Betrachtet er das Ergebnis seiner Arbeit, so sieht er nicht nur das bloße Endprodukt seiner Arbeit vor sich, nein, er verbindet mit seinem Werk eine besondere Stimmung, einen Augenblick, einen Teil seiner Persönlichkeit… Er selbst, so wird es deutlich, braucht kein Schild an seinem Kunstobjekt, das ihm sagt, um was es hierbei eigentlich geht…
Wenden wir uns nun aber dem Betrachter zu – beispielsweise dem Besucher eines Museums, dem zunächst nur das Resultat des künstlerischen Prozesses zuteil wird. Wie kann er eine Ahnung davon bekommen, was sich „hinter den Kulissen“ abgespielt hat? Ist es ihm möglich, sich auf die gleiche Art und Weise mit dem Werk auseinanderzusetzen; in der gleichen Intensität einen Zugang zu finden? An dieser Stelle setzt hierbei oftmals die Vermittlungsarbeit ein, die von dem einen mehr; dem anderen weniger hoch geschätzt wird. Fragt man den einen, so muss die Kunst für sich selbst sprechen; fragt man den nächsten, gibt es die Idee eines „zu viel an Vermittlung“ gar nicht erst.
Wie dem auch sei, gestern war es für mich faszinierend zu sehen, wie die Vermittlungsebene zusätzlich an Dynamik gewinnt, wenn der betreffende Künstler selbst mit seinen Erzählungen zu Wort kommt – und dem Betrachter einen Einblick in seine intrinsische Motivation gewährt.

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