Darf ich vorstellen: Nilay Lili Sahin

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In Singen experimentiert Nilay mit den Mechanismen der Kommunikation

Nilay ist 21 Jahre alt und studiert erst seit letztem Wintersemester an der Burg Giebichenstein in Halle. Mit der Kunst kam sie jedoch bereits im Kindergartenalter in Kontakt – ihre Oma ist Malerin und ihre Eltern führten sie schon früh in die Kunstszene ein. So konnte sie bereits als Kind Atelierluft schnuppern und an der Seite von Künstlern mit unterschiedlichen Materialien arbeiten.

Was ihr künstlerisches Konzept für Singen anbelangt, so ist sich die Künstlerin sicher: „Was mir vorschwebt, ist was Sari vorschwebt. Ich will für Sari arbeiten.“ – Kurz zur Klärung: Wer ist denn jetzt auf einmal Sari? Sari ist einer der ursprünglich nach Singen eingeladenen Studenten mit syrischen Wurzeln. Dass er nun nicht physisch anwesend sein kann, schließt jedoch nicht aus, dass seine Ideen nicht in „Komm und Guck“ einfließen. Und genau an dieser Stelle kommt die Idee von Nilay ins Spiel: Sie wird mit Sari über’s Telefon kommunizieren und er wird ihr einen Auftrag geben. Die Künstlerin arbeitet also mit der Thematik der Kommunikation; immer auch in Zusammenhang mit deren Missverständnissen und Tücken. Dass sie mit Stahl arbeiten wird, steht fest, nur wird sie zu einer Art „ausführenden Figur Saris“, der ihr Anweisungen durchgibt. So könnte er beispielsweise von ihr fordern: „Such dir eine runde Form…“
Interessant wird es, wenn man bedenkt, dass der Lautsprecher auf der Seite der Künstlerin ausgestellt sein wird, sodass Nilay die Worte Saris verstehen kann, sie jedoch ihrerseits keine Fragen stellen kann. Nicht zuletzt wird auch Sari selbst die Zwischenergebnisse seiner Aufgabenstellung nicht übermittelt bekommen – dem „Auftraggeber“ wird nur das „Endprodukt“ seiner Anweisungen vor Augen geführt.
„Es geht mir um sein Bild im Kopf; dass er denkt, dass ich daran arbeite“, so Nilay. Herauskommen kann jedoch etwas völlig anderes, denn Kommunikation ist mehrdeutig – und gerade hier liegt der Kern des Experiments.

Doch woher nimmt die Künstlerin die Inspiration für ihre Arbeit? Für sie sind es unangenehme Erfahrungen oder Körpergefühle, die nicht sichtbar sind. Durch ihre Kunstwerke unternimmt sie den Versuch, ein Bild von einem gewissen Zustand zu schaffen. Oftmals arbeitet sie dabei mit Fragmenten des Körpers, wobei der Körper selbst immer im Kontext einer Situation zu sehen ist. So kann es sein, dass Nilay den Zustand der körperlichen Erschöpfung nach einem anstrengenden Lauf aufgreift und diesen durch den Einsatz schwerer Materialien zum Ausdruck bringt.

„Ich gehe ganz viel in Ateliers und schaue einfach nur zu, was die Leute tun…“, so beschreibt Nilay ihren Ansatz, wenn es darum geht, neue Eindrücke zu gewinnen. Sie will nichts erklärt bekommen, sondern selbst die Schlüsse aus dem Gesehenen ziehen – ein anderer Künstler soll die eigene Arbeit nicht unterbrechen, wenn sie das Atelier besucht. Nein, er soll einfach im natürlichen Fluss weiterarbeiten… Immer wieder stößt die Künstlerin so auf kleinste Details, die ihre Wahrnehmung verändern und sie so im eigenen Entwicklungsprozess weiterbringen.

Und was denkt sie über Singen? Sie ist beeindruckt von der Natur und gibt zu, vom Zusammenspiel der Berge und dem vielen Grün verwirrt zu sein. Ihr gefällt, dass die Leute interessiert mit den „Eindringlingen“ umgehen und auf den Sennhof kommen – gleichzeitig will sie jedoch raus aus dem eigenen Kontext und rein in die Stadt und zu den Leuten, die nicht per se kulturinteressiert sind…

Darf ich vorstellen: Arif Amirov

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Auch wenn der Dauerregen Arif immer wieder daran hindert, den Hohentwiel zu besteigen: Seine Laune bleibt ungetrübt!

Arif ist ein 26-jähriger Künstler aus dem Aserbaidschan, welcher sich bereits im jungen Alter von 16 Jahren mit der Lehre der Malerei auseinanderzusetzen begann. Aufgewachsen in einer Künstlerfamilie konnte er seine kreative Gabe von Kindesbeinen an frei entfalten, ohne den Druck seitens der Eltern auferlegt zu bekommen. So entschied sich Arif im Jahre 2005 für ein Studium an einem Kunst-College in Baku, der Hauptstadt des Aserbaidschans.

Angekommen in Singen lässt sich der Künstler insbesondere von der ihn umgebenden Umwelt inspirieren, wobei er den Versuch unternimmt, seine Empfindungen im Hinblick auf die Natur und die Stadt Singens in seinen Kunstwerken sichtbar zu machen.
Noch vor seiner Ankunft in der ihm noch unbekannten Stadt hatte sich der junge Künstler von der Ruine des Hohentwiels und den grandiosen Ausblicken auf die Landschaft berichten lassen. So ist es nicht verwunderlich, dass er die als Inspirationsquellen beschriebenen Ausblicke bereits am Tag nach seiner Ankunft aufgesucht hat, um diese mit Acryl auf der Leinwand festzuhalten.

Arif behandelt in seinen Kunstwerken keine festgelegten Themen – fragt man ihn nach seiner inhaltlichen Ausrichtung, so beschreibt er vielmehr die verschiedenen Impulse seiner Außenwelt, die seine Entscheidungen im künstlerischen Schaffen maßgeblich zu beeinflussen scheinen. Wie Svenja und Yeonwon interessiert sich Arif für den Verlauf der Gestaltung eines neuen Werks: „Der Prozess verändert alles und am Ende entsteht etwas Neues; hier ist nicht alles beeinflussbar“, so der Künstler. So gefällt Arif der Gedanke, dass beispielsweise eine bestimmte Form einer derzeit entstehenden Plastik im Zuge des Prozesses einer vollkommenen Änderung unterzogen werden kann.

„Wir sind hierhergekommen, um in einer völlig neuen Situation zu arbeiten“, so beschreibt Arif seine Motivation für die Teilnahme an dem Kunstprojekt der etwas anderen Art. Ihn bereichern der tagtägliche Austausch unter den Kunststudenten selbst sowie jener mit neugierigen Besuchern. Für ihn ist es das erste Gruppenprojekt in Deutschland.

Sein Heimatland hat Arif erst im Oktober letzten Jahres verlassen, nachdem er sich bereits acht Jahre lang im Aserbaidschan dem Studium der Künste sowie der eigenständigen Arbeit in einem kleinen Atelier gewidmet hatte.
Interessant ist dies vor allem vor dem Hintergrund von Arifs Erzählungen: So sei die Kunstlandschaft im Aserbaidschan generell sehr schwach ausgeprägt, wobei es eigentlich nur in der Hauptstadt Baku überhaupt denkbar sei, sich in kleinem Stil künstlerisch zu betätigen. Das System der Kunstausbildung selbst orientiere sich in Baku am realistischen Stil, wobei genreübergreifendes Arbeiten anders als in Deutschland kaum möglich sei. Dementsprechend genießt Arif die Freiheiten einer deutschen Kunsthochschule wie jener in Halle: „Hier kannst du wählen, welche Form der Arbeit dir derzeit näher steht“, beschreibt er. Im Gegensatz zu seiner Arbeitsweise in Baku könne er dementsprechend verschiedenste Techniken ausprobieren sowie rund um die Uhr an der Kunsthochschule arbeiten.

Was die Stadt Singen selbst anbelangt, so erinnert ihn die Natur an aserbaidschanische Gebiete im Kaukasus-Gebirge, sodass in ihm ein Gefühl der Vertrautheit aufsteigt, das er sonst nur mit seiner Heimat verbindet. „Ich begeistere mich für die Harmonie aller Formen und Elemente der Landschaft“, erzählt Arif.

Darf ich vorstellen: Svenja Hinzmann

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Zur Freude des Tages: Unser erster Besucher bringt Svenja einen alten Gleitschirm mit!

Svenja ist 33 Jahre alt und hat bereits kurz vor dem Abitur beschlossen, dass die Kunst eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielen soll. „Ich wollte immer Kunst machen, aber es hat mir der Mut gefehlt, es auszusprechen“, so die Künstlerin. Durch die Vorstellung geprägt, dass man zum Kunstschaffen enorm viel Talent brauche, verbunden mit der Angst sich selbst zu überschätzen, hat Svenja lange nicht den Sprung ins kalte Wasser gewagt.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und vermehrter Absageschreiben von Kunsthochschulen hat Svenja nicht aufgegeben: Gerade steckt sie mitten im Diplom an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle.

Was ihre künstlerische Vision für Singen anbelangt, so will Svenja im Gegensatz zu den anderen Künstlern noch nicht allzu viel verraten. „Ich will noch nicht allzu viel sagen, weil ich glaube, dass es dann nicht funktioniert…“, so ihre Überzeugung. Interessant ist aber, dass sie bereits einen Namen sowie eine Funktion für ihr Vorhaben im Kopf hat, nur wie es dann im Endeffekt genau aussieht, bleibt noch offen. Auch der Ort des Geschehens schwebt ihr bereits vor: So kann sie sich vorstellen, im Stadtgarten in Singen zu intervenieren. Was sie dazu braucht? Bereits am Eröffnungstag des Projekts hat Svenja die Besucher dazu aufgefordert, ihr kaputte Zelte vorbei zu bringen. Sie freut sich auch weiterhin über einen Besuch – also kommt vorbei!

Dass die Künstlerin gerne mit den eigenen sowie fremden Erwartungen und ihrer persönlichen Unsicherheit spielt, kommt durch die Idee für Singen zum Ausdruck. Letztendlich interessiert sie sich für den Übergang von Stillstand zur Handlung – dabei will sie jedoch nicht nur selbst agieren, sondern auch dazu einladen, zusammen etwas in Bewegung zu versetzen. Ihr Vorgehen in Singen knüpft an ein Kunstprojekt während eines Aufenthalts in Kuba an, bei welchem aus einer vordergründig zunächst funktionslosen künstlerischen Arbeit ein wertvoller zwischenmenschlicher Austausch entstanden ist.
Die Künstlerin interessiert sich dementsprechend nicht nur für das Endprodukt des künstlerischen Schaffens, sondern betrachtet dessen Prozess als das eigentlich wertvolle. Dabei gibt sie zwar einen groben Handlungsrahmen vor, lässt jedoch dem Spielerischen im Umgang mit einem Ort genügend Freiraum. Bevor sie ihre Reise nach Singen angetreten ist, hat sich Svenja so beispielsweise Gedanken darüber gemacht, mit welchem Blickwinkel sie sich der Stadt nähern möchte. – Wie möchte ich blicken? Mit welcher Haltung schaue ich mir Singen an? –

Inspirierend war für Svenja die Arbeitsweise eines Kunstlehrers, der seine Schüler dazu aufgefordert hat, die expressiven Seiten des Selbst kennenzulernen. So habe er sie erst dazu ermutigt, sich vollends für die Kunst zu entscheiden. Auch der Humor eines Kommilitonen sei prägend für ihre Arbeit – so imponiert Svenja die Art und Weise, wie manche Menschen mit einer sehr entspannten Haltung an die Dinge heran gehen. Auch die Frage, wie man mit dem Klischee der eigenen Künstlerpersönlichkeit umgehe, bleibt dabei nicht außen vor: Muss ich als Kunstschaffender einem bestimmten Ideal entsprechen?

Was unsere Stadt Singen anbelangt, so hat Svenja den Eindruck, dass sich die Stadt in die Natur gesetzt hat. Im Gegensatz zu ihrem Studienort Halle, bei welchem das Gefühl überwiegt, dass man der Natur ein bisschen Platz gelassen habe, gefallen ihr die weiten Grünflächen unserer Stadt. Sie freut sich über das Interesse der Singener Bürger und ist gespannt auf weiteren Austausch mit der Stadt!

Darf ich vorstellen: Yeowon Jung

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Yeowon ist 23 Jahre alt und schon etwas länger mit der Kunst vertraut: Schon als Kind kam die junge Koreanerin durch ihre Mutter, einer Kunstlehrerin, mit künstlerischen Prozessen in Berührung. Ihre Mutter war es auch, die es ihr beigebracht hat, Dinge des Alltags aus einem anderen Blickwinkel heraus zu betrachten sowie neu zu deuten.

Ihr Konzept für die Stadt Singen muss sich noch etwas festigen, es ist nicht leicht, vorab eine konkrete Idee für einen Ort zu entwickeln, ohne diesen jemals zuvor gesehen zu haben. Bevor sie jedoch ihre Reise in die noch unbekannte Stadt angetreten hat, hat sie sich über das Internet schlau gemacht und ist auf eine Parallele zu ihrem Studienort Halle gestoßen: Beide Städte haben eine Burg! Da die Künstlerin immer schon in die Natur gegangen ist, um zu zeichnen, und ihre Recherchen ein Interesse für den Hohentwiel geweckt haben, steht eines schon fest: Sie möchte unsere Ruine zeichnen. Ist es nicht spannend, dass beide Burgen eine ganz andere Geschichte erzählen? Während die Burg Giebichenstein in Halle als Lehrort genutzt wird und folglich nur so vor Leben „strotzt“, ist der Hohentwiel derzeit als Ruine durch einen völligen Leerstand gekennzeichnet. So kann sich Yeowon vorstellen, mit diesen beiden Polen zu spielen – gar beide Burgen in einer Zeichnung zu vereinen!

Dafür möchte sie zunächst mit Papier und Stift beginnen, um anschließend vielleicht sogar eine dreidimensionale Arbeit, das Modell einer Burg, entwerfen zu können.
Yeowon empfindet unsere Burg durch ihre Massivität und den kalten Stein als abweisend und möchte ihr im wahrsten Sinne des Wortes „Leben einhauchen“. So denkt sie darüber nach, Zeichnungen für eine Kindergeschichte zu entwerfen, in welchen unsere Ruine womöglich eine völlig neue Gestalt erhalten wird.

Den Sinn für die sie umgebende Umwelt findet sich bereits in ihren alten Arbeiten wieder: So hat Yeowon in Halle beispielsweise Pflanzen sehr genau studiert und diese detailgetreu wiedergegeben.
In ihrem Schaffen wird die Künstlerin durch ihre Mutter, aber auch durch ihre Professorin Andrea Zaumseil, geprägt. Das prozesshafte Arbeiten ihrer Lehrerin ist das, für was sie sich begeistern kann. Wenn sie ihre Arbeiten ansieht, so fühlt sie sich sehr ruhig und gleichzeitig stark.

Wie auch Jihyun hat die Künstlerin keinen allzu starken Bezug zu koreanischer Kunst. Interessant ist aber, dass sie für kurze Zeit eine private Kunstschule in Korea besucht hat, deren Lehrmethoden im Vergleich zu jenen in Deutschland die Freiheit des einzelnen Kunstschaffenden einzuschränken scheinen. So müssen die Studierenden für eine lange Zeit durch die Mühle der klassischen Schule, was bedeutet, dass sie zunächst einfach nur stupide das abmalen müssen, was ihnen vorgesetzt wird. Technisches Können steht dement-sprechend zunächst an erster Stelle, erst später kann es zur Entfaltung der eigenen Kreativität kommen.

Und was geht ihr zu Singen durch den Kopf? Lustigerweise erinnert sie ihr neuer Aufenthaltsort an ihre Heimatstadt in Korea! Die Künstlerin sieht das Projekt „Komm und Guck“ als intensive Erfahrung und hat sich sehr gefreut, bei der Projekteröffnung am Sonntag sogar vom Bürgermeister begrüßt zu werden!

Darf ich vorstellen: Jihyun Lee

20160614_164938Jihyun Lee in Aufbruchstimmung: Bei ihren Streifzügen durch Singen filmt sie die Natur

Für Jihyun hat es gleich zu Beginn ihres Aufenthalts in Singen einen besonderen Anlass gegeben: Sie durfte ihren 24. Geburtstag in der ihr noch unbekannten Stadt feiern!
Die junge Koreanerin hat in ihrem Heimatland selbst nur ein Semester lang Kunst studiert, nun verbringt sie gerade ihr zweites Semester auf der Burg Giebichenstein in Halle.

Im Zuge des zweiwöchigen Projektes in Singen, welches sie als große Chance für ihre eigene Entwicklung empfindet, möchte sich Jihyun durch die Stadt treiben lassen, um zunächst einmal verschiedene Eindrücke ihrer Umwelt aufnehmen zu können. – Was machen die Leute, wie sehen die Gebäude um mich herum aus, wie fühlt es sich an, durch die Stadt zu gehen? –
Während ihrer Streifzüge durch Singen will Jihyun Gegenstände, die sie auf der Straße findet, einsammeln: So kann es sich bei ihren Fundstücken um Steine, Kleider oder auch Schuhe handeln. Besonders ist, dass sie diese Gegenstände in Bezug zu dem jeweils vorgefundenen Ort setzen möchte – vielleicht entsteht so eine ganz neue Art von Straßenschild. Ihre Kunstwerke fungieren als Erinnerungsstücke ihrer „Reise“ nach Singen, so schildert sie: „Ich möchte mich durch die Kunst an die Zeit erinnern, als ich in Singen war“. Die einzelnen Artefakte stehen also für die Orte, die Jihyun während ihrer Spaziergänge durch Singen angetroffen hat. „Ich denke, dass alle Dinge eine Seele haben“ – dieser Satz zeigt deutlich, dass augenscheinlich leblose Objekte für Jihyun durch die Geschichten und Geschehnisse, welche sich um sie herum entfalten, in der ein oder anderen Form eben doch „leben“…

Dieses künstlerische Konzept ist so anders, wenn man bedenkt, mit welchen Themen sich Jihyun noch in Halle beschäftigt hat: Mutter, Gebärmutter, Baby – so lauten ihre Schlagworte, wenn man sie nach ihren früheren Arbeiten fragt. Wie sie selbst zu diesen Aspekten gefunden hat, hat sie sich lange Zeit selbst gefragt, doch mittlerweile weiß sie mehr: Ihre Mutter selbst, die derzeit in Korea lebt, ist der Schlüssel zu ihrer Arbeit.
„Wer ist eigentlich meine Mutter?“ – das ist eine Frage, die Jihyun immer wieder beschäftigt hat. Mit der Zeit hat sie ein ganz neues Verhältnis zu ihrer Mutter entwickelt; heute ist sie diejenige, die Jihyun zu künstlerischem Arbeiten inspiriert.

Und was ist es, dass das Kunstschaffen in Korea von jenem in Deutschland unterscheidet? Jihyun hat darüber viel gehört, doch letztendlich lebt sie derzeit in Deutschland und kann nur von dem berichten, was ihr andere immer wieder erzählt haben. So sei der Unterricht an den Kunsthochschulen ein etwas anderer als in Deutschland: Die Professoren gäben hier Empfehlungen ab, welche die Studenten am besten auch befolgen sollten, um gute Noten zu erhalten.

Und was fällt Jihyun zu Singen ein? Die Künstlerin empfand die Strecke von Halle nach Singen wie eine Art Reise. Angekommen in Singen, hat sie sich gleich sehr wohl gefühlt. So viel Natur, der Bodensee, die Alpen… Nur der Regen macht ihr zu schaffen: „Regnet es hier immer so viel?“