Stadtkarte Singens + Briefkasten = ?

Du willst wissen, warum auf dem abgebildeten Briefkasten die Worte „Bitte ein Los ziehen!“ stehen? Und warum Arif eine Karte mit dem Titel „Singen: Wo ist dein Fundort?“ skizziert hat? Dann komm am Donnerstag um 15 Uhr zum „Offenen Atelier“ auf dem Sennhof! 🙂

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Nachricht von Paula

Vielleicht hat sich der ein oder andere bereits gewundert, warum er nur fünf anstatt sieben Kunststudenten auf dem Sennhof angetroffen hat?
Leider mussten Paula und Sari in Halle zurückbleiben – was jedoch nicht bedeutet, dass sie nicht trotzdem aus der Ferne mit uns kommunizieren und am Projekt teilhaben können. So hat die Künstlern Nilay im Laufe der letzten Woche eifrig den ihr per Telefon übermittelten Auftrag Saris in Angriff genommen; sie wurde zur „ausführenden Figur Saris“. Mittlerweile ist es möglich, das künstlerische Resultat dieses Austausches auf dem Sennhof zu begutachten: Eine Installation aus Stahl ist entstanden!
Nun hat sich auch die Spanierin Paula bei uns gemeldet:

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Nanu, was ist denn hier auf einmal los? – Während es morgens eher ruhig zuging, haben wir uns über die Mittagstunden hinweg über einen regen Betrieb auf dem Sennhof gefreut! Im Zuge unseres dritten „Offenen Ateliers“ kam es zu einem lebhaften Austausch über Kunst (und das Leben)… Und nicht vergessen – es folgen noch vier weitere Veranstaltungen in unserem Projektraum:

Montag, 20. Juni um 18 Uhr:
Erster Stammtisch des Kunstvereins im Sennhof mit den Studenten; Besucher sind herzlich eingeladen.

Dienstag, 21. Juni von 15 bis 17 Uhr:
Wir laden ein zu einer Stadtführung der etwas anderen Art!

Donnerstag, 23. Juni von 15 bis 17 Uhr:
Offenes Atelier – Alles kann passieren!

Sonntag, 26. Juni um 18 Uhr:
Wir laden ein zur finalen Schlussveranstaltung von „Komm und Guck“ – hier kommt alles zusammen, ihr dürft gespannt sein!

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Was treibt eigentlich Nilay in der Werkstatt des Metallgestalters Feuerstein in Singen? Heute habe ich zum ersten Mal eine Ahnung davon bekommen, was die Künstlerin die letzten Tage eigentlich so getrieben hat: Sie konstruiert einen fragmentarischen Körper aus Stahl, dessen einzelne Teile sie mir nun in Form von Fotographien gezeigt hat. Eine grobe Skizze zu ihrem Entwurf seht ihr oben. #ichbindannmalinderwerkstatt

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…kleines Update: Heute haben wir bereits zum zweiten Mal zum „Offenen Atelier“ im Sennhof geladen. Wir waren erstaunt, zu sehen, welch unterschiedliche Menschen sich dazu aufgemacht haben, uns einen Besuch abzustatten. So wollten beispielsweise die Herren vom Gebäudemanagement unseres Projektraumes in Erfahrung bringen, was sich eigentlich so abspielt, wenn Kunststudenten plötzlich die Stadt Singen aufmischen. Herr und Frau Schuhmacher kamen sogar aus Gottmadingen und konnten uns von ihren eigenen Erlebnissen auf dem Sennhof berichten: So wurde unser derzeitiges Domizil in der Nachkriegszeit als Kindererholungsheim genutzt, um unterernährte Sprösslinge „aufzupäppeln“. Zwischendurch wurde ein Ehepaar durch den eigenen, sehr neugierigen Hund regelrecht in den Sennhof gezehrt, um anschließend auf einen Plausch bei einer Tasse Kaffee zu verweilen. Auch ein Mathelehrer, der gerade seinen Urlaub genießt, war mit von der Partie: Inwiefern kann die Lehre der Mathematik eigentlich als kreative Wissenschaft ausgelegt werden? Unser zuletzt genannter Besucher war es auch, der es sich nicht nehmen ließ, einen schönen Spruch in unserem neuen Gästebuch zu hinterlassen:

„Jedem Anfang wohnt ein ZAUBER inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“ [Hermann Hesse]

Darf ich vorstellen: Nilay Lili Sahin

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In Singen experimentiert Nilay mit den Mechanismen der Kommunikation

Nilay ist 21 Jahre alt und studiert erst seit letztem Wintersemester an der Burg Giebichenstein in Halle. Mit der Kunst kam sie jedoch bereits im Kindergartenalter in Kontakt – ihre Oma ist Malerin und ihre Eltern führten sie schon früh in die Kunstszene ein. So konnte sie bereits als Kind Atelierluft schnuppern und an der Seite von Künstlern mit unterschiedlichen Materialien arbeiten.

Was ihr künstlerisches Konzept für Singen anbelangt, so ist sich die Künstlerin sicher: „Was mir vorschwebt, ist was Sari vorschwebt. Ich will für Sari arbeiten.“ – Kurz zur Klärung: Wer ist denn jetzt auf einmal Sari? Sari ist einer der ursprünglich nach Singen eingeladenen Studenten mit syrischen Wurzeln. Dass er nun nicht physisch anwesend sein kann, schließt jedoch nicht aus, dass seine Ideen nicht in „Komm und Guck“ einfließen. Und genau an dieser Stelle kommt die Idee von Nilay ins Spiel: Sie wird mit Sari über’s Telefon kommunizieren und er wird ihr einen Auftrag geben. Die Künstlerin arbeitet also mit der Thematik der Kommunikation; immer auch in Zusammenhang mit deren Missverständnissen und Tücken. Dass sie mit Stahl arbeiten wird, steht fest, nur wird sie zu einer Art „ausführenden Figur Saris“, der ihr Anweisungen durchgibt. So könnte er beispielsweise von ihr fordern: „Such dir eine runde Form…“
Interessant wird es, wenn man bedenkt, dass der Lautsprecher auf der Seite der Künstlerin ausgestellt sein wird, sodass Nilay die Worte Saris verstehen kann, sie jedoch ihrerseits keine Fragen stellen kann. Nicht zuletzt wird auch Sari selbst die Zwischenergebnisse seiner Aufgabenstellung nicht übermittelt bekommen – dem „Auftraggeber“ wird nur das „Endprodukt“ seiner Anweisungen vor Augen geführt.
„Es geht mir um sein Bild im Kopf; dass er denkt, dass ich daran arbeite“, so Nilay. Herauskommen kann jedoch etwas völlig anderes, denn Kommunikation ist mehrdeutig – und gerade hier liegt der Kern des Experiments.

Doch woher nimmt die Künstlerin die Inspiration für ihre Arbeit? Für sie sind es unangenehme Erfahrungen oder Körpergefühle, die nicht sichtbar sind. Durch ihre Kunstwerke unternimmt sie den Versuch, ein Bild von einem gewissen Zustand zu schaffen. Oftmals arbeitet sie dabei mit Fragmenten des Körpers, wobei der Körper selbst immer im Kontext einer Situation zu sehen ist. So kann es sein, dass Nilay den Zustand der körperlichen Erschöpfung nach einem anstrengenden Lauf aufgreift und diesen durch den Einsatz schwerer Materialien zum Ausdruck bringt.

„Ich gehe ganz viel in Ateliers und schaue einfach nur zu, was die Leute tun…“, so beschreibt Nilay ihren Ansatz, wenn es darum geht, neue Eindrücke zu gewinnen. Sie will nichts erklärt bekommen, sondern selbst die Schlüsse aus dem Gesehenen ziehen – ein anderer Künstler soll die eigene Arbeit nicht unterbrechen, wenn sie das Atelier besucht. Nein, er soll einfach im natürlichen Fluss weiterarbeiten… Immer wieder stößt die Künstlerin so auf kleinste Details, die ihre Wahrnehmung verändern und sie so im eigenen Entwicklungsprozess weiterbringen.

Und was denkt sie über Singen? Sie ist beeindruckt von der Natur und gibt zu, vom Zusammenspiel der Berge und dem vielen Grün verwirrt zu sein. Ihr gefällt, dass die Leute interessiert mit den „Eindringlingen“ umgehen und auf den Sennhof kommen – gleichzeitig will sie jedoch raus aus dem eigenen Kontext und rein in die Stadt und zu den Leuten, die nicht per se kulturinteressiert sind…